Stresssignale Pferd erkennen – drei Pferde im Offenstall zeigen Körpersprache

Warum Putzen mehr ist als Saubermachen

Viele Menschen sehen Putzen als Pflicht vor dem Reiten: Fell säubern, Sattelstelle frei machen, fertig. Für mich ist Putzen viel mehr – es ist ein Moment der Verbindung, des Fühlens und des Zuhörens. In diesen Minuten kann ich mein Pferd wahrnehmen, wie es wirklich ist – körperlich, emotional, im Hier und Jetzt.

👉 Aha-Moment: Putzen ist kein Handgriff. Es ist ein Gespräch mit deinem Pferd – über Haut, Muskeln, Berührung und Vertrauen.

Putzen als Spiegel – was zeigt mir mein Pferd?

Beim bewussten Putzen frage ich mich:

Wie fühlt sich mein Pferd heute an? Ruhig, angespannt, aufmerksam, müde?

Kann ich es überall berühren? Oder gibt es Stellen, an denen es ausweicht, sich entzieht oder Abwehr zeigt?

Wie reagiert es auf Druck und Berührung? Gleichmäßig – oder gibt es Unterschiede zwischen rechter und linker Körperseite?

Beispiel: Meine Stute Luna lässt sich normalerweise problemlos an der Zitzenregion berühren. Doch wenn sie rossig ist, zeigt sie deutliches Abwehrverhalten – ein klares Signal, das ich respektiere.

Putzen als Gesundheits-Check

Bewusstes Putzen ist auch ein täglicher Gesundheits-Check:

Muskeltonus: Fühlen sich Muskeln weich und elastisch an – oder hart, verspannt, unterschiedlich links/rechts?

Reaktionen: Zuckt das Pferd, spannt es an oder schiebt es eine Körperstelle weg? Das kann Hinweis auf Schmerzen, Verspannungen oder Schonhaltungen sein.

Veränderungen: Kleine Schwellungen, Hautreizungen oder warme Stellen fallen beim Putzen schneller auf als beim Reiten.

👉 Wow-Moment: Wer bewusst putzt, bemerkt Veränderungen früh – und kann so Verletzungen, Schmerzen oder gesundheitliche Probleme rechtzeitig erkennen.

Putzen als Kommunikation

Respekt: Wenn mein Pferd an einer Stelle Berührung nicht zulässt, frage ich mich: Warum? Statt Druck zu machen, schenke ich Raum und Verständnis.

Verbindung: Putzen ist ein Ritual – ich atme mit, gehe ruhig mit, bin präsent. Pferde spüren sofort, ob wir im Kopf schon woanders sind.

Training ohne Training: Auch hier kann ich feine Signale üben – mein Pferd lernt, mir zu vertrauen, stehen zu bleiben und sich zu entspannen.

Mini-Übung – bewusst putzen

  1. Putze dein Pferd heute bewusst langsam.
  2. Achte bei jeder Berührung: Wie reagiert es? Entspannt, weicht aus, spannt an?
  3. Vergleiche rechte und linke Seite: Gibt es Unterschiede?
  4. Schreibe dir 2 Beobachtungen auf – nach einer Woche erkennst du Muster.

    Fazit

    Putzen ist nicht nur „sauber machen“. Es ist Kommunikation, Gesundheitsvorsorge und Beziehungspflege in einem. Wer bewusst putzt, schult seinen Blick, fördert Vertrauen – und schenkt dem Pferd nicht nur äußere Pflege, sondern auch innere Aufmerksamkeit.

    Call-to-Action

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