Pferde-Körpersprache: Ohren, Augen & Schweif verstehen

Den meisten von uns wissen wurde gelernt: Ohren nach hinten = schlecht gelaunt, aggressiv, angriffslustig.

Schweifschlagen = genervt, Fliegen abwehren.

Doch so einfach ist es nicht. Körpersprache ist ein Zusammenspiel – und nur im Kontext verständlich. Wer Ohren, Augen und Schweif isoliert betrachtet, läuft Gefahr, falsch zu interpretieren.

Ohren – Antennen der Aufmerksamkeit

Pferdeohren sind wie Radar. Nach vorn gerichtet = Interesse, Aufmerksamkeit, ich nehme etwas wahr, wachsam.

Nach hinten = Aufmerksamkeit nach hinten, da ist etwas, Lokalisierung.

Seitlich  gerichtet = Entspannung, kann aber auch bedeuten, dein Pferd fragt, es hat etwas nicht verstanden, oder aber auch ein Anzeichen von Schmerzen, oder nachdenken.

Aber: Flach angelegt bedeutet nicht immer Aggression – es kann auch Unsicherheit oder Schmerz sein.

Augen – Fenster zur Emotion

Weit aufgerissene Augen = Angst, Panik, ich habe was gesehen was mir unbehagen bereitet.

Halb geschlossen = Entspannung, dösen, Zufriedenheit. Wissenschaftlich ist erwiesen: Die Lidspalte beim Pferd korreliert direkt mit Stressleveln.

Augen spiegeln aber auch Unwohlsein, Schmerz, inneren Zustand.

Es ist immer das gesamte Pferd zu betrachten, nicht nur die einzelen Teile.


👉 Aha: Ein einziges Blinzeln kann mehr verraten als wir denken.

Schweif – Balance, Emotion, Abwehr

Schweifschlagen ist nicht nur Abwehr gegen Fliegen, es kann auch eine Reaktion auf eine zu heftige Hilfengebung sein, auf Schmerzen hindeuten, oder auf etwas anderes, das immer im Kontext zu sehen ist.

Ein hoher Schweif  kann Aufregung bedeuten.

Ein eingeklemmter Schweif  kann auf Angst, Unwohlsein, Schmerz, oder Überforderung hinweisen.

Ein rhythmisches Schwingen innere Balance.


👉 Wow: Der Schweif ist ein Spiegel des Nervensystems.

Fazit

Pferdesprache ist mehrdimensional. Erst das Zusammenspiel aller Ausdrucksbereiche ergibt ein klares Bild.

Wenn wir lernen, die Körpersprache unseres Pferdes bewusst wahrzunehmen – von den Ohren über die Augen bis hin zum Schweif – erkennen wir viel schneller, was es wirklich braucht. Dieses feine Beobachten stärkt nicht nur die Verständigung, sondern schafft auch eine tiefere Verbindung voller Vertrauen. Und genau darin liegt der Schlüssel für ein harmonisches Miteinander.

Call-to-Action

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